Warum wir unsere Gasheizung ersetzt haben
Im Frühjahr 2025 haben wir in unserem Reiheneckhaus (Baujahr 2000, ca. 160 m²) die alte Gasheizung gegen eine Luft-Wärmepumpe getauscht. Warum? Die Gasheizung war 25 jahre alt, Wartungskosten stiegen, die Förderungsmöglichkeiten glichen die Mehrkosten der Wärmepumpe aus. Da wir ein Jahr zuvor bereits eine Solaranlage installiert hatten, war aus unserer Sicht die Zeit zum Handeln gekommen.
Das pragmatische Ziel: Kostenneutralität zur Gasheizung.
Die harten Zahlen
Unser Heizleistungsbedarf liegt im Schnitt bei rund 17.000 kWh pro Jahr. Mit einer Plan-Jahresarbeitszahl (COP) von 3,2 braucht die Wärmepumpe dafür etwa 5.366 kWh Strom.
Kostenvergleich: Gas vs. Wärmepumpe
| Gas (alt) | Wärmepumpe (neu) | |
|---|---|---|
| Jahreskosten Heizung | ca. 2.380 EUR | ca. 661 EUR |
| Einsparung pro Jahr | – | ca. 1719 EUR |
| Energieträger | Erdgas | Strom (52 % Netz, 14 % PV, 34 % Speicher) |
Die Stromkosten setzen sich zusammen aus Netzstrom, unserer Photovoltaik-Anlage und einem Batteriespeicher. Der hohe Eigenverbrauchsanteil von knapp 48 % (PV + Speicher) drückt die Betriebskosten deutlich.
Investition und Amortisation
| Position | Betrag |
|---|---|
| Investitionskosten (nach BAFA-Förderung) | 20.000 EUR |
| Gesamtersparnis nach 15 Jahren | 29.842 EUR |
| Vermiedene Gaskosten (15 Jahre) | 41.420 EUR |
| Stromkosten Wärmepumpe (15 Jahre) | 11.578 EUR |
| Netto-Ergebnis nach 15 Jahren | +9.842 EUR |
| Amortisation | ca. 11 Jahre |
Die Rechnung berücksichtigt eine jährliche Gaspreissteigerung von 2 % und eine Strompreissteigerung von 1 %. Allerdings ist eine Heizung ja eigentlich keine Geldanlage, sondern muss einfach nur möglichst preiswert heizen.
Was gut funktioniert hat
Heizleistung im Winter: Auch an kalten Tagen hat die Wärmepumpe zuverlässig geheizt. An wenigen Tagen unter -5 °C mussten wir die Regelung anpassen, aber das Haus war immer warm.
Warmwasser: Die Warmwasserbereitung funktioniert einwandfrei. Im Sommer übernimmt die PV-Anlage den Großteil.
Bedienung: Am Besten dem Installateur überlassen. Wenn es klemmt hilft der per Fernzugriff.
Installation: Der Handwerksbetrieb sollte sich mit Wärmepumpen auskennen und auch zum Thema Elektrik eigene Kompetenz haben. Ein Angebot aus einer Hand ist extrem hilfreich, für Inbetriebnahme und Problemfälle ist eine KUndendienst Hotline zu wenig.
Unser Fazit
Die Wärmepumpe war die richtige Entscheidung. Die Kombination aus BAFA-Förderung, PV-Anlage und Speicher macht den Betrieb wirtschaftlich sehr attraktiv. Nach ca. 11 Jahren hat sich die Investition amortisiert (!) und bis dahin sparen wir jeden Monat ca. 140 EUR. Cash. Ausserhalb aller politischen und emotionalen Diskussionen zum Thema Heizung.
Die Vorraussetzungen für eine Wärmepumpe waren auch bei uns nicht optimal: Fussbodenheizung nur im Erdgeschoss und Bädern. Die Terme war unter dem Dach, die Wärmepumpe musste in den Keller.
Wichtig: Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Einzelfall ab – Gebäudezustand, Dämmung, vorhandene Heizkörper und der Anteil an Eigenstrom spielen eine große Rolle. Natürlich ist der Vegleich von zukünftigen Gas- und Strompreisen keine besonders valide Sache. Und ein Handwerksbetrieb, der weiss, was er tut.
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Eine Wärmepumpe steigert nicht nur den Wohnkomfort, sondern kann auch den Marktwert steigern.